Renovieren

Barrierefreies Bad: so wird das Badezimmer sicher für jedes Alter

· von Daniela Hürlimann

Das Badezimmer ist der Raum, in dem zu Hause am häufigsten Stürze passieren. Nasse Böden, hohe Wannenränder und enge Platzverhältnisse sind eine riskante Kombination, nicht nur für ältere Menschen, sondern auch für Familien mit kleinen Kindern oder nach einer Verletzung. Die gute Nachricht: Vieles lässt sich mit überschaubarem Aufwand verbessern.

Kleine Massnahmen mit grosser Wirkung

  • Rutschfeste Matten in Dusche und Wanne sowie vor dem Lavabo. Achten Sie auf Saugnäpfe und waschbare Materialien.
  • Haltegriffe neben WC, Dusche und Wanne. Sie müssen fest in der Wand verankert sein, Saugnapfgriffe sind keine sichere Lösung.
  • Gutes Licht mit einem Bewegungsmelder für die Nacht. Viele Stürze passieren auf dem Weg zur Toilette im Dunkeln.
  • Duschhocker oder Klappsitz für alle, die nicht lange stehen können.
  • Erhöhter WC-Sitz, falls das Aufstehen schwerfällt.

Die Beratungsstelle für Unfallverhütung BFU und viele Spitex-Organisationen bieten Checklisten und teils auch Beratungen zu Hause an.

Wenn ohnehin renoviert wird

Bei einer Renovation lohnt es sich, gleich an später zu denken:

Bodenebene Dusche. Ohne Schwelle, mit einem Gefälle zum Abfluss und rutschhemmenden Platten der Klasse R10 oder B. Eine Glaswand statt einer Kabine lässt genug Platz für einen Hocker oder später für Unterstützung.

Verstärkte Wände. Wo später Griffe hingehören könnten, werden beim Umbau Verstärkungen eingebaut. Das kostet fast nichts und spart später viel Ärger.

Unterfahrbares Lavabo. Ein Waschtisch ohne Unterbau kann auch im Sitzen genutzt werden.

Thermostatarmaturen. Sie verhindern Verbrühungen, weil die Temperatur konstant bleibt.

Tür nach aussen. Eine nach aussen öffnende Tür oder eine Schiebetür lässt sich auch öffnen, wenn jemand im Bad gestürzt ist.

Finanzierung und Unterstützung

Je nach Situation beteiligen sich Invalidenversicherung, Ergänzungsleistungen oder Stiftungen an Anpassungen. Pro Senectute und Fachstellen für hindernisfreies Bauen beraten zu Möglichkeiten und Anforderungen. Planen Sie solche Abklärungen früh ein, denn Bewilligungen und Gesuche brauchen Zeit.

Schön und sicher geht zusammen

Barrierefrei heisst nicht, dass das Bad nach Spital aussieht. Griffe gibt es in Edelstahl, Schwarz oder Messing, Duschsitze in Holz, rutschfeste Platten in vielen Farben und Formaten. Ein gut geplantes Bad ist einfach bequemer, in jedem Alter.