Renovieren

Bad renovieren: Ablauf, Kostenrahmen und die häufigsten Planungsfehler

· von Daniela Hürlimann

Ein neues Badezimmer gehört zu den Renovationen, die man am häufigsten bereut, wenn sie schlecht geplant sind, und am meisten geniesst, wenn alles stimmt. Weil viele Gewerke beteiligt sind, lohnt es sich, gut vorbereitet in die ersten Gespräche zu gehen.

Der typische Ablauf

  1. Bestandsaufnahme: Wie alt sind Leitungen und Abläufe? Gibt es Feuchtigkeitsschäden? Bei Häusern aus den 1960er- und 70er-Jahren lohnt sich oft der Ersatz der Steigleitungen.
  2. Planung: Grundriss, Lage von Dusche, WC und Lavabo, Stauraum, Licht und Lüftung.
  3. Offerten: Mindestens zwei bis drei vergleichbare Angebote von Sanitär, Plattenleger und Elektriker oder von einem Generalunternehmer einholen.
  4. Rückbau und Installation: In der Regel drei bis sechs Wochen, je nach Umfang.
  5. Abnahme: Mängel schriftlich festhalten, bevor die Schlussrechnung bezahlt wird.

Mit welchen Kosten rechnen?

Die Spannweite ist gross. Als grobe Orientierung für ein Bad von fünf bis acht Quadratmetern in der Schweiz:

  • Auffrischung (neue Armaturen, Lavabo, Spiegel, Silikonfugen): einige tausend Franken
  • Teilrenovation (neue Keramik und Dusche, Platten teilweise): 15‘000 bis 25‘000 Franken
  • Komplettsanierung inklusive Leitungen und Platten: 30‘000 bis 50‘000 Franken und mehr

Im Mietverhältnis entscheidet die Vermieterschaft. In Stockwerkeigentum gehören Steigleitungen meist zu den gemeinschaftlichen Teilen. Klären Sie früh, wer was bezahlt.

Fünf Planungsfehler, die man oft sieht

Zu wenig Steckdosen. Föhn, elektrische Zahnbürste, Rasierer: Zwei Steckdosen am Lavabo sind heute das Minimum.

Schlechte Beleuchtung. Eine Deckenleuchte allein wirft Schatten aufs Gesicht. Licht von vorne oder seitlich am Spiegel ist für Schminken und Rasieren entscheidend.

Keine Lüftung. Ein Fenster, das im Winter nie offen ist, reicht nicht. Ein leiser Ventilator mit Nachlauf verhindert Schimmel.

Platten nach Trend statt nach Pflege. Sehr dunkle Platten zeigen Kalk, sehr helle Fugen werden schnell grau. Grossformatige Platten bedeuten weniger Fugen und weniger Putzarbeit.

Nicht an später denken. Eine bodenebene Dusche und verstärkte Wände für spätere Haltegriffe kosten bei einer Renovation wenig, nachträglich aber viel.

Sparen ohne Reue

Sparen lässt sich bei Keramik und Möbeln, die man später ersetzen kann. Bei Abdichtung, Leitungen und Handwerksqualität dagegen nicht, denn Wasserschäden sind die teuerste Folge einer billigen Renovation. Wassersparende Armaturen und Duschköpfe mit der energieEtikette senken zudem dauerhaft den Warmwasserverbrauch.